Pressemitteilung: Babyklappe und anonyme Geburt
Datum: 30. April 2002
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Augen auf! Kinder- und Opferhilfe e.V.
P R E S S E M I T T E I L U N G
Mehr Klagen als Babys
Unter dem Deckmantel einer „Hilfe für Mutter und Kind" bietet der Hamburger Verein "Kinderhaus im Sternipark" seit einiger Zeit sogenannte Babyklappen an. Der nach Zeitungsberichten in Finanzschwierigkeiten befindliche Verein hat nichts unversucht gelassen, um Kritiker der Babyklappen mundtot zu machen. Diese Rechnung ging nicht auf! "Sternipark" hat die Prozesse verloren bzw wurden die Klagen abgewiesen!
Womit finanziert "Sternipark" die Klageflut gegen Babyklappenkritiker, die mittlerweile die Zahl der Hamburger Klappenbabys übersteigt?
Mit zahlreichen Unterlassungsschreiben und Prozessen (mit Androhung von Ordnungsgeldern bis zu einer Höhe von 250.000 Euro) versucht "Sternipark" Kritik an den Babyklappen zu unterbinden. Eines der vielen von "Sternipark" geführten Verfahren richtete sich gegen die Vorsitzende von "Augen auf!". Am 26. April 2002 wurden zwei Klagen von Sternipark (gegen die Vorsitzende von "Augen auf!" und den Juristen Prof. Dr. Alfred Wolf) vor dem Hamburger Landgericht abgewiesen. Somit darf „Augen auf!" weiter unter den Internetadressen
www.baby-klappe.de und www.babyklappe-nein-danke.de
gegen Babyklappen informieren. Auch eine Stellungnahme von Prof. Dr. A. Wolf darf weiter verbreitet werden, der meint: "Aber wichtig ist in allen Bereichen sicherzustellen, dass ein Kind möglichst schnell der zuständigen Behörde gemeldet wird, weil das Gesetz eine historisch bedingte Angst hat, dass mit Kindern gehandelt wird. Dies soll dadurch verhindert werden. Und von daher halte ich es für ganz unzulässig, dass Vormünder bestellt werden, die zur Organisation Sternipark gehören." (14.01.2002, MDR, Fakt „Babyklappe")
Die Prozesse kosten Geld. Nur eine genaue Prüfung des Vereins „Sternipark" kann zeigen, ob Sternipark die aggressiven Diffamierungs- und Einschüchterungsversuche gegen Babyklappen-Kritiker aus Mitteln finanziert, die Babys oder anderen Zwecken zugedacht waren. So forderte der Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs schon am 21.01.02 den Rechnungshof auf, die Finanzierung des Vereins "Sternipark" zu überprüfen. Er halte den Verein „zumindest für unseriös, die inhaltlichen Konzepte für äußerst fragwürdig und das Geschäftsgebaren für problematisch." "Augen auf! e.V." schliesst sich dieser Meinung an.
Wir fordern daher den Hamburger Senat, die Jugendbehörde und den Rechnungshof auf, die Finanzen des Vereins „Sternipark im Kinderhaus e.V." umgehend zu überprüfen und die Praxis der Babyklappen und anonymen Geburten einzustellen!
Ist die Klappe mit dem Baby zu, sind Täter zeit ihres Lebens vor Strafe sicher. Für Mutter und Kind hingegen beginnt die lebenslange Strafe. Die hinreichend bekannten Erfahrungen aus dem Dritten Reich, der ehemaligen DDR und aus Frankreich mit „unter X Geborenen" sollten mehr als genügen, um Babyklappen und anonyme Geburt zu verbieten statt sie zu legalisieren.
Augen auf! Kinder- und Opferhilfe e.V.
V.i.S.d.P: Augen auf! Kinder- und Opferhilfe e.V.
Kontakt: 08223 – 1204 (Fax 1237)
Internet: http://www.augenaufev.de
E-mail: augenaufev@web.de
Spendenkonto: Raiffeisenbank Ichenhausen BLZ 720 691 19 KtoNr. 70009
AUGEN AUF!
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Pressemitteilung: Babyklappe und anonyme Geburt
Datum: Juni 2001
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AUGEN AUF!
Anonyme Geburten retten kein einziges Kind!
Babyklappen verhindern keinen einzigen Babytod!
- Mütter, die das Überleben ihrer Babys sichern wollten, fanden bis heute den Weg zu einer Kliniktür, einer Arztpraxis, einem Supermarkt, einem Winkel, in dem das rechtzeitige Auffinden des Kindes gesichert war, gerade so gut, wie sie ihn zu einer Babyklappe finden würden. Deshalb gab es bis jetzt eine kleine Anzahl aufgefundener Kinder, die überlebten.
- Höchst medienwirksam wird seit einiger Zeit an gutgläubige Wohltäter appelliert, die Einrichtung von Babyklappen und die Legalisierung anonymer Geburten zu unterstützen. Wer diese Lösungen nicht favorisieren mag, gerät in den Verdacht, sich am Tod einiger Kinder mitschuldig zu machen. Das grenzt an Demagogie, ganz zu schweigen von der fehlenden rechtlichen Absicherung dieser Vorhaben bzw deren Illegalität.
- Wem dienen Babyklappen und anonyme Geburt tatsächlich? Aus der Arbeit mit Opfern sexualisierter und ritueller Gewalt möchten wir ganz eindringlich darauf hinweisen, dass nicht die Mütter oder gar Kinder von diesen jüngsten Entwicklungen profitieren werden, sondern Männer: Missbraucher Minderjähriger, Kinderhändler, Vergewaltiger und Zuhälter, deren Straffreiheit nun bereits unmittelbar mit dem Verschwinden des Babys in der Babyklappe als garantiert gelten dürfte.
- Keine missbrauchte oder unter Gewalteinwirkung geschwängerte Frau wird Jahre später, wenn ihr vielleicht ein sicheres Umfeld oder eine gut verlaufene Therapie den Mut dazu gibt, den Erzeuger ihres in einer Babyklappe und/oder anonym abgegebenen Kindes erfolgreich anzeigen können. Der "Beweis" wurde straffrei und spurensicher "entsorgt".
- Der Gewalt im sozialen Nahraum der Mütter wird Vorschub geleistet, vorhandene Gewaltstrukturen werden so manifest. Junge Mädchen und Frauen, die unter physischer oder seelischer Gewalteinwirkung geschwängert und am Aufziehen ihrer Kinder gehindert werden, sind keine Täterinnen, denen man mit anonymer Geburt "aus der Klemme helfen" muss. Sie sind Opfer, die auf Beseitigung oder Minimierung der vorhandenen Gewaltstrukturen in ihrem Umfeld angewiesen sind. Das braucht allen Einsatz der PolitikerInnen und engagierter WohltäterInnen!
- Kinder unwiederbringlich von ihren Wurzen abzuschneiden, verstösst gegen die Menschenrechte.
- Die Erinnerung an den "Lebensborn" in der Nazizeit und Zwangsadoptionen in der DDR sollten uns eindringlich daran erinnern, dass es historische Fehler gab, die einer Wiederholung in diesem Lande nicht bedürfen. Dieser Staat muss ein Rechtsstaat bleiben. Deshalb muss den Verantwortlichen Besseres einfallen, als Babyklappen und anonyme Geburt.
AUGEN AUF!
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Pressemitteilung: Babyklappe und anonyme Geburt
Datum: Mai 2001
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Lobby für Menschenrechte e.V. und
M.E.L.I.N.A Inzestkinder/Menschen aus VerGEWALTigung e.V.
Bundestagsanhörung am 30. Mai zu "Babyklappen" und "anonymer Geburt"
In einer gemeinsamen öffentlichen Anhörung werden Innenausschuss, Rechtsausschuss und der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages über die Problematik der anonymen Geburt und über das Konzept der Babyklappen diskutieren.
Dazu erklären die Lobby für Menschenrechte e.V. und
M.E.L.I.N.A Inzestkinder/Menschen aus VerGEWALTigung e.V. gemeinsam:
Die gegenwärtig einseitige Euphorie um die Möglichkeit der "anonymen Geburt" durch immer mehr "Babyklappen" muss dringend differenzierter betrachtet und sachlich diskutiert werden.
Es ist alarmierend, dass Babyklappen wie Pilze aus dem Boden schießen und mit gefährlich naiver Argumentation Prominenter und anderer fachlich nicht kompetenter Befürworter/innen widerspruchslos verbreitet werden können.
Erfahrungswissenschaftliche Ergebnisse und praktische Kenntnisse einschlägiger Organisationen (z.B. terre des hommes) sowie direkt Betroffener (z.B. MELINA e.V., Lux-Forum-Adoptierter), die nicht erst seit gestern in diesem Problembereich arbeiten, werden bislang ignoriert.
Wir hoffen, dass diese fundierten theoretischen und praktischen Fachkenntnisse auf der Anhörung am 30. Mai zur Sprache kommen und den Entscheidungsprozess bestimmen werden.
Vor diesem Hintergrund fordern Lobby für Menschenrechte und M.E.L.I.N.A e.V., dass:
- die UN-Kinderrechtskonvention unter allen Umständen eingehalten wird; insbesondere Artikel 8.
- Das hier festgeschriebene Recht auf Identität, das Wissen um die biographischen Wurzeln, macht Sinn, weil nicht nur die Kinder und die leiblichen Mütter, sondern auch die Adoptionseltern ihr Leben lang erhebliche Probleme haben, wenn die Suche nach der eigenen Identität durch eine komplette Entwurzelung verhindert wird. Dies hat fast immer irritierende, manchmal sogar traumatisierende Auswirkungen auf junge Menschen. Erfahrene Therapeut/innen wissen, dass in ihr Leben wieder Ruhe einkehrt, wenn ihre Herkunft geklärt werden konnte. Biographische Selbstreflexion ist eine Möglichkeit zur Identitätsfindung;
- die wirklichen Ursachen für Kindstötungen, -aussetzungen, Freigaben zur Adoption etc. differenziert betrachtet und bekämpft werden - anstatt alles in einen Topf zu werfen und nur Symptome kurieren zu wollen. Ursache ist nämlich meist ein massives gesellschaftliches Problem: Gewalt gegen Frauen und Mädchen;
- die gefährlichen blinden Flecken tabulos thematisiert werden, denn Babyklappen werden vor allem verantwortungslose Verursacher von Schwangerschaften, Vergewaltiger aus dem sozialen Nahraum, Pädokriminelle und andere Gewalttäter freuen. Sie werden damit endgültig sorgenfrei, da sie das "Beweisstück" ihrer Taten nun anonym, kosten- und problemlos "entsorgt" bekommen.
Anonymität ist ein wesentliches Merkmal bei der Vertuschung von Gewalttaten; insbesondere im sozialen Nahraum!
Wer die Ursachen der Problematik nicht auf Platz 1 der Prioritätenliste setzt, trägt dazu bei, dass sich die Gewaltspirale immer weiter dreht, immer noch mehr persönliches Leid geschieht und gesellschaftliche Probleme vermehrt werden.
Das freut alle Täter und Verantwortungslosen, hilft aber niemandem.
Mit freundlicher Genehmigung von M.E.L.I.N.A e.V.
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Pressemitteilung: Anhörung im Bundestag zum Thema Babyklappe
Datum: Mai 2001
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***** HEUTE IM BUNDESTAG **** PRESSEDIENST DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES *****
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Berlin: Mi, 30.05.2001 Redaktionsschluss: 10:30 Uhr (148)
Innenausschuss(Anhörung)
ANONYME GEBURTEN KONTROVERS BEURTEILT
Berlin: (hib/KAG) Unterschiedliche Resonanz ruft ein Gesetzentwurf der CDU/CSU zur Änderung des Personenstandsgesetzes "Anonyme Geburten" (14/4425) hervor. Dies wird in den schriftlichen Stellungnahmen der Sachverständigen zur Anhörung am Mittwoch deutlich.
Laut Professor Reinhard Hepting von der Universität Mainz bringt der Reformentwurf keine wesentlichen Änderungen des Personenstandsgesetzes und ermöglicht der Mutter nicht, ihre Anonymität zu wahren. Daher sei die Initiative der Union eine wenig attraktive Alternative zum Schwangerschaftsabbruch.
Nach Ansicht der Professorin Christine Swientek von der Universität Hannover bleibt im Entwurf offen, wem gegenüber Anonymität bestehen soll. Im Interesse der adoptierten Kinder führt sie aus, diese hätten ein garantiertes Recht und das subjektive Bedürfnis, ihre Herkunft zu kennen.
Dem widerspricht Frau Geiss-Wittmann vom Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF), Amberg, da ein Grundrecht auf "seelische Entfaltung" des Kindes wichtig, aber das Recht der Mutter auf Überleben höherrangig sei. Der Staatsauftrag zum Schutz des Lebens werde durch ein Angebot der anonymen Geburt verwirklicht.
Jedoch sollte diese nicht von einer Fachberatung abhängig gemacht werden, wie im Gesetzentwurf gefordert, sondern eher Angebot als Pflicht für die werdenden Mütter sein. Auch Jürgen Moysich vom Sterni Park Hamburg hält die Pflichtberatung für ein "schwer überwindbares Hindernis". Die Frauen bräuchten anonyme Beratung vor, während und nach der Geburt des Kindes.
Nur so könnten anonyme Geburt und Babyklappen, bei denen Mütter ihre Säuglinge abgeben können und das Kind umgehend versorgt wird, sinnvolle Einrichtungen zum Schutz der Mütter und Kinder werden.
Die Präsidentin des Bundes Deutscher Hebammen, Magdalena Weiß, meint, es bedürfe sowohl einer begleiteten anonymen Geburt, als auch der Babyklappe, bei der aber weder die Mutter noch das Neugeborene kompetent versorgt seien. Einen Missbrauch in Hinsicht auf Kinderhandel hält Weiß für ausgeschlossen, da das Kind zur Adoption freigegeben werde.
Es fehle an Maßnahmen für die Mütter, sich mit der ungewollten Schwangerschaft auseinanderzusetzen, erläutert Ines Kurek-Bender vom Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien. Sie fordert im Sinne der Adoptierten so viel Offenheit wie möglich, "so wenig Incognito wie nötig".
Dagegen setzt sich Maria Elisabeth Thoma vom SKF/Dortmund für eine Regelung der anonymen Geburt im deutschen Rechtssystem ein, wenn ein Verfahren zur Sicherung erlangbarer Informationen über die Herkunft des Kindes geschaffen werde, wie es in Frankreich und anderen Ländern der Fall sei.
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Interview: Walter Wilken zum Thema Babyklappe
Datum: April 2001
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Stellungnahme DKSB
Babyklappen, zu denen verzweifelte Mütter ihre Kinder anonym abgeben können, gibt es inzwischen in einigen Städten. Die Frage stellt sich aber nach den oftmals gefährlichen, da heimliche bzw. anonymen Geburten. Der Kinderschutzbund sieht die Entwicklung hinsichtlich des Wohles für das Kind kritisch. Eine Stellungnahme mit Walter Wilken, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes.
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